Peter Nygaard

Lichtgestalten

Malerei in der Evolution des Sehens

2. bis 11. Dezember 2011

Ausstellung im Alten Gartenbauamt des Jenischparks

"Das Auge hat sein Dasein dem Licht zu danken. Aus gleichgültigen tierischen Hilfsorganen ruft sich das Licht ein Organ hervor, das seinesgleichen werde, und so bildet sich das Auge am Lichte fürs Licht, damit das innere Licht dem äußeren entgegentrete."

Goethe "Entwurf einer Farbenlehre"

Die Ausstellung "Lichtgestalten" zeigt jüngste Arbeiten aus meinem Hauptwerk der "Tafeln". Sie findet im ehemaligen Haus des Gartenbauamtes im Jenischpark statt. Die großzügige organische Umgebung des Parks passt gut zu meinen Bildern, die im Geist eines inneren Naturalismus entstehen und hier eine Einbettung in die äußere Natur finden.

Ich wählte den Titel, weil er vieles umfasst, was mich in der Arbeit an den gezeigten Bildern begleitet hat. Der Titel "Lichtgestalten" ist nicht spirituell beabsichtigt. Er besagt nur, dass ich Bilder male, deren Gestalt sehr auf einer formenden Kraft der Farbe beruht, die ihrerseits unter der Bedingung des Lichts entsteht.

In der Historie der Malerei gibt es einen Zug, der eine wachsende Kompetenz der Farbe zeigt. Beginnend mit der Würdigung der Farbe in der Naturanschauung bei Turner geht dieser Zug über in die Thematisierung des Lichts bei Monet bishin zur Konzentration auf die Strahlung als zwingenden Gegenstand der Erfahrung bei Rothko.

Für die weitere Entladung der Kräfte, die die Farbe birgt, habe ich das konventionelle Rechteck durch die frontale Fläche schlechthin ersetzt. Diese Situation führt die Beziehungen von Farbe und Form auf ihre Gegenseitigkeit zurück. Die Form wird dabei in dem Maße zur Eigenschaft wie die Farbe zur Substanz wird. Die Gestalt formt sich am Licht.

Die Zeichnung bleibt das voraussetzende Minimum. Ihr fällt die Aufgabe zu die Ausbreitung des Bildes zu begrenzen, das "Andere" auszuschließen, damit das "Eine" ganz sein kann. Ich erreiche die Flächengestalt durch den Lauf und das Schließen einer einzigen Linie. In der Komposition arbeite ich unmittelbar mit der kritischen Hermetik und der kritischen Frontalität der Flächengestalt, indem ich Ausgleiche durch die farblichen Kräfte herstelle.

In meiner Kunst knüpfe ich an eine Auffassung an, die die moderne Malerei als antropomorphen Naturalismus, als Aufschluss evolutionärer Möglichkeiten in der Sinnenorganisation versteht. Die Progression im Medium bietet mir den Raum meine Imagination zu entfalten. Ich fülle ihn mit Stimmungen in einem Minimalismus bloßer Erscheinungen.

Die Eröffnung findet am 2. Dezember ab 19.00 Uhr statt.

Das Alte Gartenbauamt befindet sich im

Hochrad 75, 22605 Hamburg

Öffnungszeiten während der Ausstellungstage:

Sa.03.12 11.00 - 18:00 Uhr
So.04.12 11.00 - 20:00 Uhr
Mo.05.12 11.00 - 20:00 Uhr
Di.06.12 11.00 - 20:00 Uhr
Mi.07.12 11.00 - 17:00 Uhr
Do.08.12 11.00 - 15:00 Uhr
Fr.09.12 11.00 - 20:00 Uhr
Sa.10.12 11.00 - 20:00 Uhr
So.11.12 11.00 - 20:00 Uhr